|
Grundwassermodellierung: Stimmen unsere Prognosen?
Eine sehr häufige Frage
Unsere Kunden fragen oft, wie zuverlässig denn die Prognosen sind, die wir mit Hilfe von Grundwassermodellen erstellen. Am Beispiel der Altlast SAD Münchehagen, wollen wir zeigen, dass man sich auf die Ergebnise eines auf einer soliden Datengrundlage aufgebauten Modells, das sorgfältig kalibriert und verifiziert wurde, verlassen kann.
Das Fallbeispiel Münchehagen
Arbeitsschritte

Netzgitter des aktualisierten Gesamtmodells "Münchehagen"
Ergebnise

Modellberechnete Grundwasserstands-Differenzen Vor- und Nach der Sicherung der Altlast SAD Münchehagen
Grundwasserdurchsatz
Auch unter den veränderten Bedingungen liegt der Grundwasser-Durchsatz für den Altlastkörper mit 13-19 m³/d in der 1997 prognostizierten Größenordnung von 16 m³/d.
In der aktuellen Modellfassung ist die auf einen 'Nullzustand' (ohne Umschließung) bezogene 'Durchsatzminderung' - als Kennzahl des 'Sicherungserfolgs' - mit ca. 10-12 % verbleibendem Grundwasser-Durchsatz wirksamer als in der Prognose von 1997 (23 %). Der Unterschied ist im wesentlichen darin begründet, dass die relative Wirksamkeit einer künstlichen Barriere (Dichtwand) um so größer sein muss, je durchlässiger der Gesteinskörper ist, der dadurch abgedichtet wird.
Fazit
Zusammenfassend läßt sich festhalten, dass das Grundwassermodell "Münchehagen" hervorragende Prognosen geliefert hat, obwohl dabei ein Grundwasserkörper im Festgesteinsgrundwasserleiter nachzubilden war.
Die Abweichungen zwischen den prognostizierten Grundwasserständen vor- und nach der Durchführung der Sicherungsmaßnahmen hatten vor allem zwei Ursachen:
- Eine "Fehlinterpretation" der nach der Umschließung gemessenen Grundwasserstände. Bei dem umschlossenen Grundwassersystem herrschen noch "instationäre" Verhältnisse, die dem "stationär" prognostizierten Zustand bisher nicht vollständig entsprechen.
- Die Datenbasis. Lage und Eigenschaften einer den Standort durchziehenden Störungszone waren im ursprünglichen Modell dem damaligen Kenntnisstand entsprechend berücksichtigt worden, stimmten aber neueren Erkenntnissen zufolge so nicht ganz mit der Realität überein.
[ lvs, 25.04.2004]


|